Neues Lärchenkreuz für die Guffertspitze am Achensee

Er ist einer der beeindruckendsten Berge der Brandenberger Alpen und gilt als Hausberg der Gemeinde Steinberg am Rofan, die sich seit diesem Jahr zum erlesenen Kreis der Tiroler Bergsteigerdörfer zählen darf: Der „Guffert“ ist untrennbar mit der Region und ihren Bewohnern verbunden und das Andenken an seine traditionsreiche Geschichte wird lebhaft gepflegt. Am 19. Juni 2021 erhielt der Berg ein neues Gipfelkreuz. Gefertigt, in die Höhe getragen und dort aufgestellt wurde es in gemeinsamer Aktion vieler Beteiligter aus der Region. Geweiht wurde das vier Meter hohe Kreuz aus heimischem Lärchenholz tags darauf im Rahmen einer feierlichen Bergmesse in 2.195 Metern Höhe.

Etwa 40 Personen waren am vergangenen Samstag im Einsatz, um das aus Lärchenholz gefertigte Gipfelkreuz in mehreren Teilen auf die Guffertspitze zu transportieren. Die Trägerinnen und Träger – allesamt Mitglieder von Bergrettung und Landjugend Steinberg – wurden von einigen Würdenträgern aus der Region begleitet und unterstützt. Bei traumhaftem, aber sehr heißem Wetter war es eine nahezu übermenschliche Anstrengung für die Beteiligten, das Kreuz die knapp 1.200 schweißtreibenden Höhenmeter emporzutragen. In gemeinschaftlicher Aktion wurde das Gipfelkreuz an seinem Bestimmungsort zusammengebaut und montiert. Im Anschluss hat es „der Wettergott den Helferinnen und Helfern auch noch vergönnt“ ihre Sonnwendfeuer auf dem Berg zu entzünden.

Am Sonntag: Gipfelmesse und Segnung des Kreuzes

Dutzende Gläubige waren schließlich am 20. Juni auf den Guffert gekommen, um dabei zu sein, wenn das neue Gipfelkreuz seiner Bestimmung übergeben wird. Auch Abordnungen der wichtigsten Berg- und Einsatzorganisationen der Region waren anwesend, als Diakon Erwin Bachinger das Kreuz im Rahmen einer Gipfelmesse segnete. „Meine Bewunderung gilt allen, die diese großartige Leistung vollbracht haben, das neue Guffertkreuz mit ihrer ganzen Muskelkraft auf den Berg zu tragen. Ich kenne nicht viele Dörfer oder Gemeinden, wo so zusammengeholfen wird, wie in Steinberg. Es gibt hier ein tolles Miteinander zwischen Jung & Alt und den verschiedensten Akteuren im Ort. Geradezu einzigartig ist, was in dieser Gemeinde alles aus der Bevölkerung heraus und mit großer Begeisterung gemacht wird“, so Bachinger beeindruckt.

Achensee Tourismus begleitete die „Mission Guffertkreuz“ in sprichwörtlichem und übertragenem Sinn, waren doch Vertreter der Organisation sowohl in Sachen Transport als auch hinsichtlich der medialen Kundmachung des neuen Gipfelkreuzes aktiv. „Wir freuen uns, diese schöne und gemeinschaftliche Aktion rund um das neue Guffertkreuz auf diese Weise unterstützen zu dürfen. Das Projekt ist eine gemeinsame Anstrengung aus der Region für die Region und wird damit der solidarischen Lebenseinstellung der Menschen rund um den Achensee optimal gerecht“, freut sich Maria Wirtenberger (Achensee Tourismus) mit den Protagonisten.

Viele freiwillige Helfer an der Entstehung des neuen Guffertkreuzes beteiligt
Bergrettung, Landjugend und etliche freiwillige Helfer: Die Liste der Vereine, Organisationen, Geschäftsleute, Abordnungen und Privatpersonen, die für das neue Guffertkreuz im Einsatz waren, ist lang. Forstarbeiter, Sägewerk und der lokale Elektriker zählen ebenso dazu. Aus familiärer Tradition und persönlicher Überzeugung waren sowohl Christian Rupprechter als auch Robert Huber federführend am Entstehen des neuen Guffertkreuzes beteiligt. Die beiden über ihre Motivation: „Unsere Väter bzw. Großväter haben bereits im Jahre 1963 gemeinsam das alte Guffertkreuz gebaut. Das Kreuz von damals war in letzter Zeit schon ein wenig morsch geworden und musste ersetzt werden. So lag es für uns auf der Hand, auch bei seiner Erneuerung wieder die Verantwortung zu übernehmen und die Produktion sowie die Logistik zu organisieren.“

Gipfelkreuz aus Lärchenholz verspricht lange Lebensdauer

Für das neue Guffertkreuz wurde in der Säge von Markus Thumer eine Lärche der Österreichischen Bundesforste zurechtgeschnitten, nachdem der Baum von Waldaufseher Leonhard Hintner gefällt worden war. „Wir haben Lärchenholz verwendet, weil diese Holzart aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit besonders gut für ein Gipfelkreuz geeignet ist. Um es vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde das rund 80 Kilogramm schwere Kreuz stirnseitig und an anderen Stellen auch mit einem Kupferblech beschlagen“, erklärte Hintner. „Somit ist für das neue Gipfelkreuz eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten zu erwarten.“

Stolz auf das neue Gipfelkreuz und die Auszeichnung „Tiroler Bergsteigerdorf“

Anerkennung, Dankbarkeit und Stolz über die Leistungen seiner Gemeinde brachte Steinbergs Bürgermeister Helmut Margreiter zum Ausdruck: „Mit viel Schweiß und großem Einsatz wurden die einzelnen Teile am Samstag auf den Gipfel das alte Kreuz abmontiert und das neue Gipfelkreuz in beeindruckender Weise fachmännisch zusammengebaut und aufgestellt. Allen, die organisiert, mitgeholfen, unterstützt, begleitet und gespendet haben, ein herzliches ‚Vergelt’s Gott‘! Dass hier so viele verschiedene Vereine, Organisationen und Privatpersonen engagiert mitgeholfen haben, zeugt nicht nur vom Zusammenhalt unserer Gemeinde, sondern auch davon, welche Bedeutung der Guffert für die Bevölkerung hat. Diese innige Bindung an den Hausberg und die Berge im Allgemeinen beweist, dass Steinberg am Rofan im heurigen Jahr zu Recht mit dem Prädikat ‚Tiroler Bergsteigerdorf‘ ausgezeichnet wurde.“

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