Planoiras: Stocklos der Konkurrenz entflogen

thumbs_winter_panorama_websiteRemo Fischer gewann den 29. Planoiras Volkslanglauf und tankte Selbstvertrauen im Hinblick auf Olympia. Bei den Frauen gewann die frühere Olympia-Medaillengewinnerin Antonella Confortola Wyatt.

Es war ein doppelter Aufsteller nach einem gewagten Entscheid. Remo Fischer gewann nicht nur erstmals in seiner langen Karriere den Planoiras Volkslanglauf, er gewann das 25 km-Freistil-Rennen mit „besten Gefühlen“. Von „einem prächtigen Wettkampf mit Ambiance und perfektem Schnee“ sprach er und davon, wie gerne er zurückgekommen sei nach den beiden Tour de Ski-Etappen an Silvester und Neujahr. Weil er sich damals disziplinenbedingt nicht in Szene hatte setzen können, holte er dies nun am Planoiras nach. Erstmals erfolgte der Start dieses traditionellen Volkslaufes in der neu erbauten Biathlon Arena Lenzerheide.


Dass sich der 32-jährige Zürcher Oberländer nach seinem zweiten Platz 2009 hinter Toni Livers erstmals durchsetzen konnte, hing vorerst mit seiner persönlichen Planung zusammen. Einer Planung, die ein beträchtliches Risiko beinhaltet. Obwohl nämlich Fischer die Kriterien für die Olympia-Selektion für die Spiele in Sotschi erst zu einem Viertel erfüllt hat, verzichtete er auf die weiteren Qualifikations-Rennen im Weltcup. „In Klassischrennen kann ich mich kaum entfalten, und das Reisen kostet nur Substanz“, erklärte er seinen Entscheid für den Planoiras. Stattdessen will er effektiv trainieren und den Rennmodus in nahe gelegenen Wettkämpfen suchen. So plant er nach dem Planoiras am nächsten Wochenende auch die Schweizer Meisterschaften in Leysin ein.

Steigerungslauf

Bei seinem ersten Rennen seit zwölf Tagen liess sich Fischer beflügeln. Nachdem er an der Tour de Ski krank geworden war und aufgeben musste, suchte er nun nach einer intensiven Trainingswoche einen besonderen Abschlussreiz. Er wollte ans Limit gehen. Nicht ungestüm tat dies der Routinier. Fischer bestimmte zwar über weite Strecken den Rhythmus, Alan Martinelli (IT) und der Berner Oberländer Volkslaufspezialist Marco Mühlematter aber folgten. Und in der Abfahrt zum tiefsten Punkt in Parpan kam er zur Erkenntnis, dass „die Ski hervorragend gleiten.“ Mit diesem Wissen attackierte er im Aufstieg wenig resolut. Von „einem Steigerungslauf“ sprach er. Zum „entscheidenden Kick“ setzte er erst auf dem höchsten Punkt, der Parpaner Höhe, an. „Vollgas“ gab er nun „in der 2:1-Technik und im Schlittschuhschritt ohne Stöcke“. Rasch war nun die Vorentscheidung gefallen. „Es geht wieder aufwärts“, sagte Fischer und kündigte an, dass er weitere solche Ernstkämpfe suche, um die Höchstform auf Olympia hin zu erreichen. Das 50 km-Skatingrennen zum Abschluss der Spiele bildet sein grosses Ziel.

Confortola souverän

Mit Eligius Tambornino testete ein weiterer potenzieller Olympia-Langläufer seine Verfassung. Im Gegensatz zu Fischer begnügte sich der Sprint-Spezialist aber mit einem Teileinsatz über die Kurzdistanz. Ein noch eindrücklicheres Palmares als Remo Fischer weist die Frauensiegerin Antonella Confortola Wyatt auf. Die 38-jährige Italienerin aus Ziano di Fiemme erlief sich mit der italiensichen Frauenstaffel in den Nullerjahren WM-Silber sowie Olympia- und WM-Bronze. 3:13 Minuten hinter Confortola erreichte die Engadinerin Ursina Badilatti das Ziel als zweite, Altmeisterin Natascia Leonardi Cortesi als dritte. Der Parpaner Leonard Raschein und Fabiana Wieser aus Sent konnten den Planoirino für sich entscheiden. Insgesamt gingen 536 Teilnehmer an den Start des 29. Planoiras Volkslanglauf.

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