Kiachl, Krapfen oder Lebzelt – süß oder deftig, Advent in Tirol ist auf jeden Fall köstlich!

Kiachl_250Was wäre die Advent- und Weihnachtszeit ohne die vielen Köstlichkeiten, auf die man sich das ganze Jahr über freut? Es versteht sich von selbst, dass es auf den Advent in Tirol – Märkten ganz besondere Tiroler bzw. regionale Spezialitäten gibt, die man nicht überall findet. Auf zum kulinarischen Streifzug….
An Kiachl und Krapfen führt bei einem Besuch auf einem Advent in Tirol Markt kein Weg vorbei: In Tirol gibt es viele köstliche Krapfenrezepte – süß oder deftig: Wer es herzhaft liebt, probiert am besten die Original Zillertaler Krapfen, die es beim Advent auf dem Waldfestplatz in Mayrhofen oder auch auf dem Christkindlmarkt in der Innsbrucker Altstadt gibt: Der Teig besteht aus drei Teilen Roggenmehl und einem Teil Weizenmehl. Und schon bei der Füllung merkt man, dass die Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben werden und so ganz unterschiedliche Rezept-Variationen  entstanden sind: Der Füllung der Krapfen in Mayrhofen gibt neben den gekochten, geriebenen Kartoffeln und dem Graukäse (traditioneller, kalt gereifter Sauermilchkäse aus roher Magermilch) der „Zieger“ – ein geschmackvoller Ziegenkäse – eine besonders würzige Note. Auf dem Christkindlmarkt in Innsbruck kann man am Stand der Familie Plank Krapfen mit einer Graukäse-Topfenfüllung verkosten.  „Für die Zillertaler Krapfen sind verschiedenste Rezepte und Macharten überliefert. „Unsere“ Version haben wir von lieben Freunden aus dem Zillertal übernommen“ so Klaus Plank, der Chef des Innsbrucker Traditionsgasthauses „Weisses Rössl“.

Der Graukäse ist auch ein wichtiger Bestandteil einer Spezialität, die auf dem Weihnachtsmarkt im Stadtpark von Kufstein serviert wird: Die Feuerwehr Kufstein bietet hier nicht nur eine wärmende Gerstlsuppe an, sondern auch Pressknödel, für die der Graukäse als Hauptbestandteil natürlich von Sennereien rund um die Festungsstadt geliefert wird.

Der oder Das Kiachl?

Über eine der wohl beliebtesten Adventmarkt-Speisen kann Christoph Fischler Interessantes erzählen: Seit über 15 Jahren bietet er diese traditionellen Köstlichkeiten auf dem Haller Adventmarkt an. Das schmackhafte Tiroler Schmalzgebäck, entweder süß mit Preiselbeeren oder pikant mit Sauerkraut serviert, ist eine überlieferte „Bauernkost“, die aber nicht von Beginn an zu Weihnachten angeboten wurde: „Der Kiachl wurde früher vor allem zu Erntedank gegessen, und hat erst in den letzten Jahren seinen Siegeszug bei den Weihnachtsmärkten angetreten. Ältere Haller behaupten sogar, der ‘Kiechlanger‘ in Hall hat seinen Namen von einem solchen Erntedankfest, bei dem alljährlich Kiachl gebacken wurden – und auch der ehemalige Haller Stadthistoriker Dr. Schmitz-Esser bestätigt diese „kulinarische“ Namensgebung“, erzählt der begeisterte Kiachlbäcker. Ob man jetzt aber „Ein Kiachl“ oder „Einen Kiachl“ bestellen muss, kann Fischler auch nicht sagen – auch hier gibt es regionale Unterschiede….

In Lienz wiederum steht der Lebzelt im Mittelpunkt: Über Klöster kommend hielten die wohlschmeckenden und duftenden Gebilde aus Gewürzen und Honig Einzug in die mittelalterlichen Backstuben. So auch in jene von Schloss Bruck. Das wohl schönste unter den dortigen Lebzeltmodeln wurde 2006 wieder zu neuem Leben erweckt. „Die Anbetung der Könige“ ist ein aufwändiges, kunstvoll in hartes Birnenholz geschnitztes Model aus dem Jahr 1644. Die Bäcker und Konditoren von Lienz haben sich zusammengeschlossen, um dieses einmalige Motiv und Backkunstwerk wieder zu beleben: Die sorgfältig handgefertigten, mit heimischen Preiselbeeren gefüllten Original Lienzer Lebzelt kann man nun zur Adventszeit wieder genießen.

Ein besonderes Getränk: Der Rattenberger Adventwein

Beim Rattenberger Advent ist vieles anders – es gibt zum Beispiel keine Verkaufsstände, sondern die lokalen Geschäfte haben ihre Türen für die Besucher geöffnet. Das mittelalterliche Städtchen hält auch ein ganz besonderes wärmendes Getränk bereit: Den Rattenberger Adventwein. Holunder – oder Holler, wie man in Tirol sagt – gibt dem Wein seinen ganz besonderen Geschmack. Ob als Saft, Sirup oder im Adventwein – Holler ist nicht nur besonders wohlschmeckend, sondern beugt auch Erkältungen vor, wirkt schleimlösend und stärkt das Immunsystem sagt man – und passt so perfekt in die kalte Jahreszeit.

Advent in Tirol

Die 6 Märkte (Innsbruck, Hall in Tirol, Kufstein, Lienz, Mayrhofen und Rattenberg), die zum Teil zu den traditionellsten Tirols zählen, bieten den Besuchern höchste Qualität: Alle Mitglieder müssen einen strengen Kriterienkatalog erfüllen, in dem z.B. nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern auch das Angebot der Verkaufsstände geregelt ist. Echte, alpenländische Weihnachtsweisen sind genauso ein „Muss“ wie die Beschränkung der Öffnungszeiten auf maximal 21.00 Uhr.  Dass die Adventzeit vor allem für die kleinsten Besucher etwas ganz Besonderes darstellt, weiß man bei „Advent in Tirol“ genau – mindestens einmal pro Woche gibt es auf jedem Markt liebevoll ausgesuchte Kinderprogramme. Genauso wichtig wie die einheitliche Qualität ist den einzelnen Partnern aber die Individualität der Programme: Vom Christkindleinzug wie z.B. in Innsbruck bis hin zum künstlerischen Programm, das beispielsweise den Rattenberger Advent auszeichnet, reicht hier die Palette. Ein gemeinsamer Folder (erhältlich bei den einzelnen Märkten und bei der Tirol Werbung) und ein Internet- und Facebook-Auftritt informieren über Öffnungszeiten und Programmhöhepunkte.

Alle Infos: www.adventintirol.com
Zillertaler Krapfen – Rezept aus dem „Weissen Rössl“ in Innsbruck:

  • 300g Roggenmehl
  • 100g Weizenmehl
  • ca. 1/4l heißes Wasser mit Salz

alles zusammen gut abketten und ca. 30 min. abgedeckt rasten lassen.

Fülle:

  • 250g Kartoffel kochen auskühlen lassen und grob reiben
  • Salz, Pfeffer
  • 100g Topfen
  • 100g Graukäse
  • 1 gehackte Zwiebel
  • viel fein geschnittener Schnittlauch

alles zusammen abmischen

Teig so dünn wie möglich zu runden Blättern ausrollen (austreiben) oder wenn man nicht so geübt ist ev. auch ausstechen. Füllung auf eine Hälfte geben, dann den Krapfen zusammenlegen und fest andrücken. Krapfen in heißem Butterschmalz auf beiden Seiten ausbacken.
Zillertaler Krapfen – Rezept aus Mayrhofen:

  • • 300 g Roggenmehl
  • • etwas Weizenmehl (zum Ausrollen)
  • • ein paar Tropfen Öl Milch/
  • Wassergemisch (nicht zu kalt)
  • • 2 TL Salz
  • Pflanzenfett zum Herausbacken
  • • 375 g Erdäpfel
  • • 200 g Graukäse
  • • 200 g Zieger (ein sehr
  • geschmackvoller Ziegenkäse)
  • oder 200 g Topfen mit 20 % Fett
  • • 1 Bund Schnittlauch
  • • Salz und Pfeffer

Mehl, 2 TL Salz, ein paar Tropfen Öl und Wasser zu einem nicht zu weichen Teig kneten. Zugedeckt eine halbe Stunde rasten lassen. Für die Fülle drückt man die gekochten Erdäpfel durch die Presse, reibt Graukäse und Zieger und mengt Schnittlauch bei. Die Masse mit heißem Wasser verrühren, bis sie geschmeidig ist. Nachdem sie mit Salz und Pfeffer gewürzt wurde, stellt man sie kühl. Den Teig formt man zu einer 4 – 5 cm dicken Rolle und schneidet 1 cm dicke Scheiben ab. Diese walkt man aus, bis sie einen Durchmesser von 12 cm haben. Auf jedes Teigblatt gibt man etwa 1 EL Fülle. Nachdem man die Ränder zusammengeklappt und fest angedrückt hat, bäckt man die Krapfen in heißem Pflanzenfett schwimmend heraus.

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