Colloquium Obergurgl – Denkplatz für Wissenschaft und Wirtschaft

2014-09-11_co_eroeffnung03_250Zum nunmehr vierten Mal ist das Tiroler Ötztal derzeit Schauplatz für ein Treffen hochkarätiger Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Beim Colloquium Obergurgl werden aktuelle Forschungsergebnisse aus der Wirtschaftswissenschaft präsentiert und diskutiert. Das zentrale Thema in diesem Jahr ist das Verständnis der Finanzmärkte vor dem Hintergrund der jüngsten Krise.

Der Denkplatz Tirol wird am 11. und 12. September wie schon in den vergangenen drei Jahren genutzt, um aktuelle Problemstellungen zu diskutieren. Erstmalig zeichneten heuer die Universität Innsbruck sowie das Management Center Innsbruck für die inhaltliche Ausgestaltung des Symposiums verantwortlich. Dank der beiden akademischen Partner soll der wissenschaftliche Wert der Veranstaltung langfristig gesichert und vor allem auch der Gedankenaustausch zwischen Theoretikern und Praktikern angeregt werden.

Dementsprechend war es auch dem Vizerektor der Universität Innsbruck Wolfgang Meixner vorbehalten, die anwesenden Gäste am Donnerstagnachmittag zu begrüßen. Mit Christian Keuschnigg – dem Direktor des Instituts für Höhere Studien – eröffnete einer der wichtigsten Ökonomen des Landes den wirtschaftswissenschaftlichen Gedanken- und Meinungsaustausch. In seiner Keynote wies der IHS-Chef auf den Zusammenhang zwischen dem Gebaren der Finanzmärkte und wirtschaftlichem Wachstum hin. Keuschnigg postulierte unter anderem, dass nachhaltiges Wirtschaften nur mit einem gut funktionierenden Finanzmarkt möglich sei und auf effizientem Einsatz von Kapital fuße. Ebenso war die als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 eingerichtete Bankenunion, die das Finanzmarktrisiko mindern soll, Thema seiner Ausführungen.

Intensive Podiumsdiskussion
Expertisen zur Lage von Banken, Staaten und Zentralbank in Europa standen im Anschluss auf dem Programm des renommierten Schweizer Sozialwissenschaftlers, Publizisten und Autors Beat Kappeler. In seinem Impulsreferat brachte er Hintergründe und Ursachen der Krise eloquent-humorvoll zum Vorschein. Es folgte eine Diskussionsrunde zum Thema „Krise und Wachstum in Tirol“. Unter Einbeziehung von Fragen aus dem Publikum saßen neben Christian Keuschnigg und Beat Kappeler auch Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, RLB-Tirol-Vorstandssprecher Hannes Schmid sowie der Tiroler Unternehmer Hermann Lindner am Podium. Zoller-Frischauf lobte den Wirtschaftsstandort Tirol, betonte aber auch, dass man nicht auf einer „Insel der Seeligen“ wohne und genauso abhängig von anderen Märkten sei. Dennoch habe man die Krise hierzulande relativ gut gemeistert. Die Innovationskraft heimischer Jungunternehmer war ebenfalls Thema der lebhaften Diskussion. Hannes Schmid konstatierte, dass man jungen, innovativen Menschen Visionen ermöglichen müsse, damit diese ihre Kreativität auch entsprechend unternehmerisch umsetzen können. Hermann Lindner betonte in diesem Zusammenhang, dass  die zu große Regulierungsdichte häufig eine abschreckende Hürde für junge Menschen darstellen würde und man hier ansetzen solle.

Wolfgang Meixner lieferte im Rahmen seiner Dinner Speech einige unterhaltsame Anekdoten zu 125 Jahren organisierter Werbung für Tirol und gab einen Ausblick auf die mögliche Entwicklung des Tourismus. „Der Auftakt des diesjährigen Colloquiums  Obergurgl war sehr verheißungsvoll, die hochkarätigen Gäste bestätigen die Bedeutung der Veranstaltung. Wir sind froh, zum vierten Mal als Gastgeber fungieren zu dürfen“, zeigte sich Lukas Scheiber vom Hotel Edelweiß & Gurgl zufrieden.

Am Freitag werden die versammelten Experten in diversen Workshops spezifische Fragestellungen erörtern. Des Weiteren steht eine Keynote-Speech von Martin Weber, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim, auf dem Programm.

Die Idee zum Colloquium Obergurgl entstand vor vier Jahren im Hotel Edelweiß & Gurgl, die inhaltliche Konzeption liegt in den Verantwortung der Uni Innsbruck und dem Management Center Innsbruck und wird unterstützt von der Standortagentur Tirol, der Tirol Werbung, Ötztal-Tourismus, der Gemeinde Sölden, Audi sowie dem Wirtschaftsblatt.

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