Alles fließt im Spätsommer in Söll

Vom „stillen Wasser“ bis zum „Feuerwasser“ – der Söller Spätsommer hat für kleine und große Liebhaber des „belebenden Nass“ das Passende zu bieten: Der jadefarbene Ahornsee, der im Winter als Speicherteich genutzt wird, verspricht noch bis Anfang September Badespaß pur. Neben dem See weist auch der ausgezeichnete Schnaps von Simon Koller, Hausherr des ältesten Erbhofes in Söll, hohe „Trinkwasserqualität“ auf. Und das Wasser im Mund zusammen läuft Genießern nicht nur sprichwörtlich gesagt beim „Z’sammkemma“, einem Markt in der Söller Fußgängerzone: Heimische Wirte präsentieren dort Fingerfoodspezialitäten – dabei trifft Tiroler Küche auf internationale Variationen.
Flüssiges Gold im Tiroler Unterland
Auch wenn diesen Sommer die Temperaturen eher in den unteren Bereichen angesiedelt waren, ging es in der Gemeinde Söll stets heiß her: Zur Söller Dorfkultur gehört nämlich seit vielen Generationen das Schnapsbrennen. Die Zahl der Brenner wird auf ungefähr 60 geschätzt – das Brennrecht stammt teilweise noch aus der Zeit von Kaiserin Maria Theresia.
Besonders Simon Koller hat sich dabei mit edlen Tropfen auch über die Grenzen des Landes hinaus einen Namen gemacht: Koller ist Hofherr des über 500 Jahre alten Oberkollerhofes und gilt als Schnapsbrenner mit Leib und Seele. „Die Begeisterung zum Brennen habe ich von meinem Vater geerbt. Er hat mich das Handwerk gelehrt. Nun gebe ich diese Kunst an meinen Sohn Fabian weiter“, so Koller.
Erstmals wurde der Oberkollerhof im Jahre 1492 urkundlich erwähnt, seither steht er im Besitz der Familie. „Wir versuchen unsere alten Traditionen und Werte zu bewahren und zu leben – der romantisch verwitterte Hof spiegelt genau dies von außen wieder“, zeigt sich der Schnapsbrenner stolz. „Trotzdem gehen wir mit der Zeit: Vor einigen Jahren haben wir uns im Hof eine neuwertige Brennanlage angeschafft.“
Neben aromatischem Holunder-, Zwetschken-, Birnen-, Vogelbeer- und Pflaumenschnaps produziert Koller hauptsächlich feinen Obstler – dieser besteht aus Äpfel und Birnen. „Ein ideales Obst zum Brennen ist auch unsere Söller Salvenkirsche, die als welker Zweig aus Russland in unseren Ort kam. Da wir zeitweise ein raues Gebiet haben, greifen wir immer wieder gerne auf solch alte, bewährte Sorten zurück, wie auch auf den Bohapfel oder Boskoop“, erklärt Simon Koller.
Ausgezeichnet wurde die Brennerei mit ihrem „flüssigen Gold“ schon des Öfteren, beispielsweise mit dem Brombeerlikör, dem Johannisbeerlikör oder dem Mirabellenbrand. Der Hof von Simon Koller ist außerdem Teil der Tiroler Schnapsroute, die seit 2013 an zahlreichen Brennereien in Nord- und Osttirol vorbei führt. Koller bietet dabei jeden Dienstag eine Brennereibesichtigung mit anschließender Schnapsverkostung an.
Stille Wasser sind tief – und erfrischend!
Ebenfalls Trinkwasserqualität verspricht der jadefarbene Ahornsee in Söll – ein Teich, der im Sommer zum Baden einlädt. „Der familienfreundliche See bietet Gästen und Einheimischen seit dem Jahre 2012 ideale Verhältnisse zum Plantschen und Entspannen. Wir punkten dabei mit einem tollen Bergpanorama und glasklarem Wasser. Und wer die Herausforderung sucht, der kann sich beim trendigen ‚Blobbing‘ versuchen“, so Gabriel Eder, Leiter des Tourismusbüros Söll. Mit seinen über 10.000m² Wasserfläche und einer Tiefe von über elf Metern dient der Ahornsee im Winter als Beschneiungsteich für die umliegenden Skipisten. „Jedes Gewässer wird ja bekanntlich von einem guten Geist bewacht – so auch der Ahornsee. Gesehen wurde dieser zwar offiziell noch nie, aber die Söller sagen, dass es ihn gibt,“ fügt Eder mit einem Augenzwinkern hinzu.
Beim wöchentlichen „Z’sammkemma“ wird der Mund wässrig
Beim „Z’sammkemma“, einem Markt in den Sommermonaten in Söll, präsentieren einheimische Wirte an drei verschiedenen Abenden außergewöhnliche Fingerfoodspezialitäten: Unter dem Motto „Herr Gourmet trifft Tiroler Gusto“ mischt sich dabei Tiroler Küche mit internationalen Variationen und Zubereitungsarten. „Jeder Wirt serviert seine eigenen Kreationen und stellt somit das Handwerk des Kochens sowie die Kunst des Genießens in den Mittelpunkt“, erklärt Gabriel Eder. „Mit solchen Auftritten haben die Wirte die Möglichkeit, ihre Kochkunst ins Schaufenster zu stellen und die à la Carte Gastronomie im Dorf zu präsentieren.“
Eine Besonderheit bei diesem unverfälschten Traditionsmarkt stellen neben den örtlichen Musikgruppen und der Vorstellung von Handwerksberufen die verschiedenen Stände dar, die kulinarische Spezialitäten aus der Region anbieten. „Es handelt sich dabei um gehobene Gastlichkeit, aber auch um verschiedene Gaumenschmankerln“, verrät Eder.
Das dritte „Z’sammkemma“ unter dem Motto „Herr Gourmet trifft Tiroler Gusto“ findet am Mittwoch den 10. September 2014 statt. Dort präsentieren sich die Wirte der Restaurants „Auf der Mühle“, „Restaurant Bar Bella Vita“, „Genusslandhotel Hochfilzer“, „Gasthof Agerhof“, „Hotel Greil“ und „Hotel Alpenpanorama“ sowie die Z’sammkemmawirte Gasthof Christophorus, Hotel Feldwebel, Onkel Tom’s Hütte, die BauernArge Brunntrog und die Metzgerei Mayerl.
Weitere Informationen unter www.wilderkaiser.info.

Über die Gemeinde Söll:
Die Tiroler Gemeinde Söll im Bezirk Kufstein begeistert ihre Besucher mit bäuerlicher Tradition, gesunden regionalen Produkten und vielen Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten – kein Wunder also, dass sich sogar der Bergdoktor hier pudelwohl fühlt. Die aufstrebende Tourismusgemeinde punktet mit diversen Veranstaltungen im Sommer wie im Winter: das „Z’sammkemma“ beispielsweise, ein Markt, der Interessierten die vielen Handwerksberufe aus der Region vorstellt, ist nur eines vieler Highlights des Ortes. Badespaß pur verspricht der Ahornsee, ein jadefarbener Teich mit Trinkwasserqualität, der im Sommer auch zum trendigen „Blobbing“ einlädt.
Im Jahr 2013 holte sich die Gemeinde Söll bei der Entente Florale, dem europäischen Blumenwettbewerb, die Goldmedaille für Österreich und darf sich seither als „schönstes Blumendorf Europas“ bezeichnen.
Seit mehr als einem Jahrzehnt begeistert besonders die Bergerlebniswelt Hexenwasser Söll am Fuße der Hohen Salve in Tirol große und kleine Besucher. Mit naturnahen Installationen wurde ein Ort zum Staunen, Entdecken und Verstehen an über 60 Stationen geschaffen. Summstein, Hexenfeuerplatz, Wasserklangschale, Hexensteinmühle, Haus der Bienenkönigin, Hexenleiter… so lauten die geheimnisvollen Überschriften wie in einem Bilderbuch. Lesen kann in diesem Buch jeder Mensch von 3 bis 103. Kernstück des Freizeitgeländes ist der längste Barfußweg Österreichs mit zahlreichen Wasserläufen und Teichen, die zum Kneippen und Spielen einladen.
Als einer der Höhepunkte gilt der einzigartige Panoramablick von der drehbaren Terrasse auf der Hohen Salve auf über 70 Gipfel. Nicht umsonst wurde das Hexenwasser schon mit verschiedenen Preisen wie beispielsweise dem „theALPS Award“, dem Tourismus-Staatspreis und dem „Tirol Touristica!“ ausgezeichnet. In der heurigen Saison lädt das Hexenwasser seine Besucher in den Kirschgarten auf der Gründlalm ein, um alles über die Kirsche zu erfahren. Das Hexenwasser Söll – Hohe Salve hat vom 24.5. bis 19.10. täglich von 09:00 bis 17:30 geöffnet.

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