Adventsbräuche

Italy - South TyrolStille und Innehalten – auch solche Momente liefert der Advent, wenn wir es zulassen. In Bozen gibt es Zeichen dieser Suche und noch mehr Gelegenheit, sich inspirieren zu lassen.

Wenn sich in der Adventszeit die Plätze und Gassen von Bozen mit Alphornbläsern und Blechbläsern, mit Harfen- und Ziehharmonikaspielern füllen, wenn ihre traditionellen Klänge nicht nur Stuben und Kirchen, sondern auch den Außenraum verzaubern, wenn Tänzer in Tracht ihre Kreise schwingen und zum Nachahmen einladen, dann ändert sich die Stimmung der Betrachter. Lächelnde Gesichter und leuchtende Augen verraten das am allerbesten. Jeden Samstag- und Sonntagnachmittag von 14 bis 18 Uhr erklingen am Waltherplatz weihnachtliche Konzerte.

In Bozen wird diese Zeit von Vereinen und Organisationen als die intensivste wahrgenommen. Zahlreiche Chöre bieten regelmäßig Adventsingen an, vor allem in den Kirchen der Stadt. An der katholischen Tradition der „Rorate“ wird in Bozen mehr als anderswo festgehalten: eine Votivmesse zur Heiligen Maria, die wochentags, meist in der Früh, gelegentlich auch am Abend, bei Kerzenlicht gefeiert wird. Diese adventlichen Messen zwischen dem 1. Adventsonntag und dem 17. Dezember sind besonders wertvolle Kraftquellen und bieten musikalische Höhepunkte in allen Pfarreien.
Der Brauch des Adventskranzes hat seinen Ursprung in einer Legende des 19. Jahrhunderts: Ein deutscher Theologe und Erzieher soll sich einiger armer Kinder angenommen haben. Nachdem die Kinder während der Adventszeit immer wieder ungeduldig nach dem Fest fragten, habe der Mann einen Kranz mit Kerzen versehen und jeden Tag eine angezündet. Das Symbol des gemeinsamen Wartens auf die Geburt Jesu ist in Südtirol stark verwurzelt. Zur Adventszeit einen Kranz aus Tannenzweigen zu winden, diesen zu schmücken und mit Kerzen zu bestücken, gehört in den meisten Familien zur Tradition. Wer Lust hat, selbst einen zu basteln und ihn dann mit nach Hause zu nehmen, der kann sich am ersten Samstag des Bozner Christkindlmarkt, am 29. November, bei der entsprechenden Werkstatt anmelden (im Merkantilgebäude). Am zweiten, dritten und vierten Christkindlmarkt-Samstag, hingegen, werden in der Werkstatt Filzgegenstände hergestellt. Gäste willkommen!
Auch andere Traditionen bereichern den Bozner Advent: das Bozner Zelten- und Keksebacken allemal, aber auch dasKlöckeln. Letzteres gehört zum Brauchtum der Gegend und ist im nahen Sarntal seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Die Bezeichnung dieses alten Adventsbrauchs „Klöckeln“ kommt vom Sarner Dialekt für „klopfen“, eben „klocken“. Mit Lärm und Bockhorntuten ziehen an drei Donnerstagabenden Gruppen vermummter Männer von Haus zu Haus und bitten um Gaben. Dabei werden zwei Lieder aus alter Überlieferung gesungen, das Klöckellied und das Danklied. Eine besondere Rolle spielen zwei als Ehepaar verkleidete Männer, die „Zussler“ – das „Zusslmandl“ und das „Zusslweibele“. Wer im Advent nach Bozen kommt, sollte sich das Sarner Schauspiel nicht entgehen lassen: Am 4., 11. und 18. Dezember ab 19 Uhr ziehen die Klöckler in den größeren Dörfern des Sarntals los.

Infos: Verkehrsamt der Stadt Bozen, Tel.: +39 0471 307000, E-Mail: info@bolzano-bozen.it

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